Gips-Figuren bemalen: Acrylfarbe auf Gips auftragen
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Acrylfarbe haftet auf Gips nur dann sauber, wenn du den Gips vorher grundierst — ohne Grundierung saugt das poröse Material die Farbe in unter 30 Sekunden ungleichmäßig auf und du brauchst statt zwei vier oder fünf Schichten für ein deckendes Ergebnis. Eine 50-ml-Flasche Acrylfarbe kostet 2 bis 4 €, eine Gips-Grundierung 6 bis 9 €, und mit diesem Set bemalst du locker 10 bis 15 mittlere Figuren.
Gips als Untergrund ist tückisch: Die Oberfläche wirkt glatt, ist aber innen schwammartig porös. Trifft Acrylfarbe direkt auf rohen Gips, läuft das Bindemittel der Farbe in die Poren und nur das Pigment bleibt oben — Ergebnis ist eine kreidige, fleckige Oberfläche, die beim Anfassen abfärbt. Mit einer dünnen Grundierungsschicht versiegelst du die Poren und schaffst einen geschlossenen Untergrund, auf dem die Farbe einen sauberen Film bildet.
Bemalen lohnt sich besonders bei selbst gegossenen Gipsfiguren aus dem Kreativ-Set, bei Souvenir-Figuren vom Urlaub oder bei alten Dekogegenständen, die du auffrischen willst. Plane für eine Figur in Faustgröße rund 90 Minuten reine Maltzeit ein — plus 6 Stunden Trocknungszeit verteilt über zwei Tage.
Welche Gipsfiguren eignen sich überhaupt?
Frisch gegossene Gipsfiguren müssen mindestens 24 Stunden vollständig durchgetrocknet sein, bevor du sie bemalst. Du erkennst trockenen Gips an einer leichten Aufhellung und daran, dass er sich nicht mehr kühl anfühlt. Bemalst du zu früh, schließt du Restfeuchte ein — die Farbe blättert nach Wochen wieder ab oder bildet Stockflecken.
Bei Souvenirs aus dem Handel ist die Sache einfacher: Hier ist der Gips vollständig durchgehärtet und du kannst sofort loslegen. Achte aber auf eine geschlossene Bodenfläche und glatte Kanten. Bröselige Stellen schleifst du mit feinem Schleifpapier (Körnung 240) ab und entfernst den Staub mit einem Pinsel — andernfalls sammelt sich der Staub später in der Farbe.
Figuren mit feinen Details (Engelsflügel, Tierohren, Gesichtszüge) sind anfangs schwierig — die Farbe läuft schnell in Vertiefungen und macht das Gesicht unkenntlich. Starte lieber mit einer einfachen Form wie einer Eulenfigur, einem Stein oder einer Vase. Nach zwei bis drei gelungenen Stücken hast du das Gefühl für die Farbe und kannst dich an detailreiche Motive wagen.
Material — was kaufst du konkret?
Für den Einstieg reichen ein Set aus 8 bis 12 Acrylfarben in Grundtönen, eine Gips-Grundierung und zwei Pinsel in unterschiedlichen Stärken. Acrylfarbe von Marken wie Marabu, Schmincke oder Solo Goya ist hochwertig und decken nach zwei Schichten zuverlässig. Billigere Sets aus dem Discounter funktionieren, brauchen aber oft drei bis vier Schichten — das spart dir am Ende keine Kosten, sondern nur Zeit.
| Material | Menge | Kosten |
|---|---|---|
| Gips-Grundierung (Gesso oder Decoupage-Kleber) | 100–250 ml | 6–9 € |
| Acrylfarben-Set (8–12 Farben) | je 20 ml | 12–20 € |
| Pinsel-Set (Stärke 0, 2, 6) | 3 Stk | 4–7 € |
| Acryl-Klarlack matt oder seidenmatt | 150 ml | 5–8 € |
| Schleifpapier Körnung 240 | 1 Bogen | 1 € |
| Wasserglas + Lappen | — | vorhanden |
Statt einer extra Gips-Grundierung kannst du auch weiße Acrylfarbe leicht mit Wasser verdünnt verwenden — 70 % Farbe, 30 % Wasser. Das funktioniert für günstige Projekte, ist aber weniger versiegelnd als echtes Gesso. Bei hochwertigen Stücken oder Geschenken lohnt sich die richtige Grundierung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung — vom Rohling zur fertigen Figur
Die Reihenfolge beim Bemalen entscheidet über das Ergebnis. Wer mit den Details anfängt, übermalt sie unweigerlich beim Grundieren oder beim Auftragen der Grundfarbe. Arbeite immer von groß nach klein, von hell nach dunkel und von flächig zu detailliert.
- Schritt 1 — Vorbereitung: Figur mit weichem Pinsel staubfrei putzen, raue Stellen mit 240er-Schleifpapier glätten.
- Schritt 2 — Grundieren: Dünne Schicht Gesso oder verdünnte weiße Acrylfarbe auftragen, alle Seiten gleichmäßig, 2 Stunden trocknen lassen.
- Schritt 3 — Zweite Grundierung: Falls noch grauer Gips durchscheint, eine zweite dünne Schicht aufbringen, wieder 2 Stunden trocknen.
- Schritt 4 — Grundfarbe: Hauptfarbe der Figur in 2 dünnen Schichten auftragen, zwischen den Schichten 30 Minuten Trockenzeit.
- Schritt 5 — Details: Mit feinem Pinsel (Stärke 0 oder 2) Gesichtszüge, Muster oder kleine Akzente malen — immer auf trockener Grundfarbe.
- Schritt 6 — Versiegeln: Nach kompletter Trocknung (2 Stunden) zwei dünne Schichten matten Acryl-Klarlack aufsprühen oder pinseln.
Klarlack ist Pflicht, kein nice-to-have. Ohne Versiegelung färbt die Acrylfarbe bei Hautkontakt minimal ab und ist nicht abwaschbar. Mit Klarlack ist die Figur staubabweisend, abwischbar und farbecht für Jahre.
Häufige Probleme und ihre Lösung
Pinselstriche im Ergebnis vermeidest du durch dünn verdünnte Farbe (5 bis 10 % Wasser) und mehrere Schichten statt einer dicken Schicht. Beim Sprühlack als Versiegelung gilt: 30 cm Abstand zur Figur, in mehreren dünnen Stößen statt einer langen Bahn, sonst läuft der Lack.
Risse im Gips während des Bemalens deuten darauf hin, dass die Figur noch nicht ausreichend getrocknet war oder beim Gießen zu schnell aus der Form gelöst wurde. Kleine Risse füllst du mit verdünnter Spachtelmasse, lässt sie 2 Stunden trocknen und übermalst die Stelle.
Welche Techniken bringen extra Wirkung?
Wer das Grundprinzip beherrscht, kann mit Maltechniken interessante Effekte erzeugen. Dry-Brushing ist die einfachste Methode für Highlights: Du tunkst die Pinselspitze in helle Farbe, streichst den Pinsel auf einem Papier fast trocken und wischst dann mit kurzen Bewegungen über die Erhebungen der Figur. Die Farbe bleibt nur auf den hervorstehenden Flächen — perfekt für Felsstrukturen, Federn oder Falten.
Washing arbeitet umgekehrt: Stark verdünnte Farbe (50 % Wasser) trägst du großflächig auf, sodass sie in die Vertiefungen läuft. Nach 30 Sekunden wischst du den Überschuss mit einem feuchten Lappen ab — übrig bleibt Farbe nur in den Schatten. Diese Technik macht aus einer flach bemalten Figur ein dreidimensionales Stück mit Tiefe.
Wer mit Schablonen arbeitet, kann auch detailreiche Muster aufbringen, ohne frei malen zu müssen. Selbstklebende Schablonen aus dem Bastelladen kosten 3 bis 6 € und lassen sich mehrfach verwenden. Wichtig ist, beim Tupfen mit der Schablone nur minimal Farbe auf den Pinsel zu nehmen — sonst läuft die Farbe unter die Schablone und das Muster wird unscharf.
Wie hältst du das Ergebnis sauber?
Fertig bemalte und versiegelte Gipsfiguren stellst du in Räumen mit normaler Luftfeuchtigkeit auf — also nicht im Bad und nicht direkt am Heizkörper. Zu trockene Luft führt zu Mikrorissen im Klarlack, zu feuchte Luft macht den Gips trotz Versiegelung mit der Zeit weicher.
Staub entfernst du mit einem trockenen Mikrofasertuch oder einem weichen Pinsel — bei detailreichen Figuren reicht oft ein Druckluftspray aus dem Elektronikbedarf. Bei stärkerer Verschmutzung darfst du minimal feucht abwischen, aber nie schrubben oder Reinigungsmittel verwenden.
Konkret als Einsteigerprojekt: Such dir eine schlichte Eulen- oder Stein-Figur aus dem Bastelladen (3 bis 5 €), kauf ein 8er-Acryl-Set, eine Gips-Grundierung und einen Klarlack — Gesamtbudget rund 30 €. Plan ein Wochenende ein, an dem du Samstag grundierst und Sonntag bemalst. Mit dem fertigen Stück hast du Material und Übung für die nächsten 10 Figuren — und dein Schreibtisch oder deine Fensterbank bekommt ein selbstgemachtes Unikat.
Veröffentlicht durch die KreativMachen-Redaktion. Veröffentlicht am 3. August 2026.
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