Ideen/Stricken in Runden: Rundstricknadel richtig verwenden

Stricken in Runden: Rundstricknadel richtig verwenden

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Rundstricken eröffnet dir Mützen, Pullover, Socken und Stulpen ohne eine einzige sichtbare Naht. Statt am Ende jeder Reihe das Strickstück zu wenden, stricken die Maschen kontinuierlich im Kreis, das spart Zeit, vermeidet das mühsame Zusammennähen und sorgt für glatte Innenseiten ohne Webkante. Anfänger schrecken oft vor der Rundstricknadel zurück, weil das verdrehen der Maschen am Anfang ein klassischer Stolperstein ist. Mit der richtigen Technik und ein paar einfachen Regeln gelingt dir die erste Runde aber schon im zweiten Anlauf zuverlässig.

Welche Rundstricknadel passt zu deinem Projekt

Rundstricknadeln bestehen aus zwei kurzen Nadelspitzen, die durch ein flexibles Nylonseil verbunden sind. Die Gesamtlänge wird vom Spitzenende zum Spitzenende gemessen und reicht typischerweise von 40 bis 150 Zentimetern. Für Mützen und Halssocken brauchst du eine 40er-Nadel, für Pulloverkörper meist 80 bis 100 Zentimeter, und für Decken oder Magic-Loop-Projekte bei kleinem Umfang reichen 80 Zentimeter mit langem Seil.

Die Nadelstärke richtet sich nach der Garnstärke und steht meist auf der Banderole. Sockenwolle wird üblicherweise mit 2,5 mm gestrickt, 4-fädige Sockenwolle für Mützen mit 3,5 mm, Aran-Garn mit 4,5 bis 5 mm und dickere Tweed-Garne mit 6 bis 8 mm. Eine Maschenprobe von 10 mal 10 Zentimetern zeigt dir, ob deine Nadel zum Garn passt, Anleitungen nennen meist die erwartete Maschenzahl pro 10 Zentimeter.

Stricken in Runden: Rundstricknadel richtig verwenden — practical guide overview
Stricken in Runden: Rundstricknadel richtig verwenden

Hochwertige Nadeln aus Birkenholz, Bambus oder vernickeltem Messing kosten zwischen 10 und 25 Euro pro Stück. Einsteiger-Sets von ChiaoGoo, Knitpro oder Lana Grossa enthalten austauschbare Spitzen in mehreren Stärken plus drei oder vier Seile, was bei mehreren Projekten gleichzeitig deutlich günstiger ist als Einzelnadeln. Achte auf einen glatten Übergang zwischen Spitze und Seil, sonst hängen die Maschen dort beim Schieben.

💡 DIY-Tipp: Halte das Seil deiner neuen Nadel für 5 Sekunden in heißes Wasser, bevor du anschlägst. Das macht das Nylon weich und verhindert, dass es sich in den ersten Runden ständig verdreht.

Maschen anschlagen und Runde schließen

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Schlage die benötigte Maschenzahl auf einer der beiden Nadelspitzen an, exakt so wie beim Stricken in Reihen. Verteile die Maschen anschließend gleichmäßig über das Seil und die zweite Spitze, sodass beide Spitzen etwa gleich viele Maschen tragen. Achte beim ersten Verteilen darauf, dass alle Maschen nach unten zeigen und keine über die Nadel verdreht ist, das ist der häufigste Anfängerfehler und führt zu einer Möbius-Schleife.

Lege die Nadel auf einen flachen Tisch und richte alle Maschen so aus, dass die untere Kante eine glatte Linie bildet, ohne dass eine Masche verdreht über die Nadel läuft. Erst wenn alles sauber ausgerichtet ist, schließt du die Runde, indem du die erste angeschlagene Masche an die letzte Masche heranführst und beide auf der linken Nadelspitze hältst.

Markiere den Rundenanfang mit einem Maschenmarkierer aus Kunststoff oder einem Faden in Kontrastfarbe. Ohne Markierer verlierst du nach drei oder vier Runden den Überblick, wo die Runde beginnt. Stricke die erste Masche besonders fest, um die Lücke zwischen letzter und erster Masche zu schließen, dort entsteht sonst eine sichtbare Stufe, die später am Bündchen oder Halsrand auffällt.

Magic Loop für kleine Umfänge

Für Socken, Fäustlinge und Mützenspitzen reicht der Umfang nicht aus, um die Maschen über die gesamte Seillänge zu verteilen. Hier kommt die Magic-Loop-Technik ins Spiel: Du verwendest eine 80- oder 100-Zentimeter-Nadel und ziehst das Seil in der Mitte als Schlaufe heraus, sodass die Maschen auf zwei gleichgroße Gruppen verteilt sind.

Stricken in Runden: Rundstricknadel richtig verwenden — step-by-step visual example
Stricken in Runden: Rundstricknadel richtig verwenden

Halte beide Nadelspitzen parallel in der linken Hand, mit dem Arbeitsfaden hinten links. Die hintere Spitze ziehst du nach rechts heraus, sodass das Seil als Schleife zwischen den beiden Maschengruppen sichtbar wird. Stricke die vorderen Maschen mit der herausgezogenen Spitze ab, drehe dann das Stück um 180 Grad und wiederhole den Vorgang für die hintere Maschengruppe.

Magic Loop wirkt zunächst umständlich, ist aber viel flexibler als ein Nadelspiel mit fünf separaten Nadeln. Du brauchst nur eine Nadel pro Projekt, kannst zwischen Projektgrößen wechseln und vermeidest die typischen Leitern, die bei Nadelspielen an den Übergängen entstehen. Nach drei bis vier Projekten geht der Wechsel so flüssig wie reguläres Rundstricken.

⚠️ Häufiger Fehler: Verdrehte Maschen beim Rundschluss zerstören das ganze Projekt. Prüfe vor der ersten Masche zweimal, ob alle unteren Kanten nach innen zeigen, einmal aufgetrennt heißt komplett neu anschlagen.

Garn, Nadel und Projektgrößen im Überblick

ProjektNadelSeillängeGarnmenge
Mütze Erwachsene3,5–4,5 mm40 cm100–150 g
Loop-Schal5–7 mm80 cm200–300 g
Socken (Magic Loop)2,5 mm80–100 cm100 g
Pullover Größe M4–5 mm80–100 cm600–800 g
Decke / Plaid6–8 mm100–150 cm1200–1800 g

Jogless Stripes und saubere Farbwechsel

Streifenmuster in Runden haben eine fiese Eigenheit: An der Rundenwechselstelle entsteht eine sichtbare Stufe, weil die Maschen spiralförmig nach oben verlaufen und nicht in einer flachen Ebene liegen. Diese Stufe nennt man auf Englisch Jog. Es gibt mehrere Techniken, um sie unsichtbar zu machen.

Die einfachste Methode heißt Slipped-Stitch-Jogless: Beim Rundenanfang der neuen Farbe hebst du die erste Masche der Vorrunde aus der alten Farbe nicht ab, sondern strickst sie ganz normal mit. Bei der zweiten Runde der neuen Farbe hebst du dann diese Masche unabgestrickt ab (mit Faden hinter der Arbeit). Das verbindet die alte und neue Farbe an genau dem Punkt, wo sonst die Stufe entstünde.

Stricken in Runden: Rundstricknadel richtig verwenden — helpful reference illustration
Stricken in Runden: Rundstricknadel richtig verwenden

Für mehrfarbige Muster mit dünnen Streifen lohnt sich der Aufwand, für breite Blockstreifen reicht oft das Versetzen des Rundenanfangs um eine Masche pro Streifen, sodass die Stufe nicht immer am selben Punkt sitzt. Probier beide Methoden an einer kleinen Stulpenprobe aus, bevor du sie an einem ganzen Pullover anwendest.

Typische Anfängerfehler vermeiden

  1. Verdrehte Anschlagrunde: Vor dem Rundenschluss alle Maschen auf einem Tisch ausrichten und kontrollieren, dass keine über die Nadel verdreht ist.
  2. Lockerer Rundenwechsel: Die erste und letzte Masche jeder Runde fester anziehen als die Maschen dazwischen, sonst entsteht eine sichtbare Spalte am Rundenanfang.
  3. Falsche Seillänge: Eine zu lange Nadel führt zu gespannten Maschen, eine zu kurze Nadel verdreht das Seil. Bei kleinen Umfängen lieber Magic Loop oder Nadelspiel verwenden.
  4. Markierer vergessen: Ohne Maschenmarkierer am Rundenanfang verlierst du nach wenigen Runden die Orientierung, Plastikringe oder Garnschlaufen reichen aus.
  5. Stricknadel-Mix: Holz- und Metallnadeln haben unterschiedliche Reibung, was die Maschenfestigkeit verändert. Bleib innerhalb eines Projekts beim selben Material.
  6. Falsche Maschenprobe: Eine Probe in Reihen gestrickt unterscheidet sich von einer Probe in Runden um bis zu zwei Maschen pro 10 Zentimeter. Probe immer in der Technik machen, in der das Projekt entsteht.

Erste Projekte für Rundstrick-Einsteiger

Eine einfache glatt-rechts gestrickte Loop-Mütze in einer Farbe ist das ideale Einsteigerprojekt. Du brauchst keine Abnahmen, keine komplizierten Muster und kannst die Technik in zwei bis drei Strickabenden komplett durchspielen. Schlage 80 Maschen mit 4,5er Nadel auf, stricke 4 Zentimeter Bündchen im Rippenmuster und dann 16 Zentimeter glatt rechts. Die Spitze schließt du mit einer Wickelnaht oder einer einfachen Abnahmerunde.

Im zweiten Projekt kannst du Streifen einbauen oder ein einfaches Strukturmuster wie Patentmuster ausprobieren. Auch ein Halswärmer mit Zopfmuster ist machbar, sobald du den Rundenanfang sicher findest. Hüte dich nur vor zu komplexen Mehrfarben-Charts beim Einstieg, Fair-Isle-Stricken in Runden erfordert eine geübte Fadenführung, die Anfänger oft überfordert.

Wenn dir Mützen leichtfallen, probiere als drittes Projekt Stulpen mit Magic Loop. Sie sind kleiner, schneller fertig als Socken und du lernst die Magic-Loop-Technik in einem überschaubaren Format. Spätestens nach zwei Stulpenpaaren bist du bereit für deine ersten Socken oder einen Raglan-Pullover von oben gestrickt, das Königsformat des Rundstrickens.

Veröffentlicht durch die KreativMachen-Redaktion. Veröffentlicht am 17. September 2026.

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