Plotter kaufen: Silhouette vs Cricut vs Brother
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Drei Hersteller dominieren den Hobbyplotter-Markt für Bastler und kleine Heimstudios: Silhouette mit der Cameo 5, Cricut mit dem Maker 3 und Brother mit dem ScanNCut SDX1200. Alle drei kosten zwischen 250 und 450 Euro, alle drei schneiden Vinyl, Bügelfolie, Karton und Papier. Wo sie sich unterscheiden, das entscheidet über drei Jahre Plotterspaß oder Frust.
Die ehrliche Antwort vorab: Es gibt keinen klaren Gesamtsieger. Welcher Plotter zu dir passt, hängt davon ab, was du plottest, ob du im Ökosystem eines Anbieters bleiben möchtest, und wie wichtig dir der Wiederverkaufswert ist. Diese Übersicht zeigt die drei Geräte mit echten Zahlen statt Marketingversprechen.
Wir vergleichen Schneidekraft, Materialvielfalt, Software, Folgekosten und Community. Am Ende weißt du, welches Gerät zu deinem Projektmix passt, egal ob du hauptsächlich Hochzeitskarten machst, T-Shirts beflockst oder dünnes Holz für Wandkunst schneidest.
Silhouette Cameo 5: Das Allround-Gerät
Die Cameo 5 ist seit 2023 auf dem Markt und kostet rund 280 Euro für das Basis-Modell. Sie schneidet Materialien bis 30,5 cm Breite und 3 Meter Länge mit der Auto-Blade-Klinge. Die Schneidekraft beträgt 5000 Gramm, was für Vinylfolie, Bügelfolie, Cardstock bis 300 g/m² und dünnen Filz reicht. Für dickes Material wie 3mm Balsa-Holz brauchst du das größere Modell Cameo 5 Plus.
Die Software Silhouette Studio ist kostenlos, das ist Silhouettes größter Vorteil. Du kannst eigene Schnittdateien als SVG importieren, ohne ein Abo zu kaufen. Im Vergleich zu Cricut, das viele Funktionen hinter Abos versteckt, fühlt sich Silhouette Studio offen an. Die Bedienung ist allerdings unaufgeräumt und braucht zwei bis drei Stunden Einarbeitung.
Ein Schwachpunkt: Die Print-and-Cut-Funktion, also das Schneiden von gedruckten Bildern entlang der Konturen, funktioniert mit der Cameo 5 zuverlässig, aber langsamer als bei Brother. Wenn du viele Sticker oder Aufkleber druckst und schneidest, ist das relevant.
Cricut Maker 3: Die Marketing-Maschine
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Der Cricut Maker 3 kostet je nach Bundle zwischen 360 und 450 Euro und ist der teuerste der drei. Seine Stärke: 4000 Gramm Schneidekraft, eine riesige Auswahl an Spezialwerkzeugen wie Knife Blade für 2-3 mm Balsa, Rotary Blade für Stoffe ohne Stabilisator und ein Stift- und Embossing-Werkzeug. Damit ist der Maker der vielseitigste Plotter im Vergleich.
Der große Nachteil ist die Software Design Space. Sie funktioniert nur online, läuft in einer App oder im Browser, und ein Großteil der Funktionen wie das Hochladen eigener Schriften, das Vektorisieren von Bildern oder der Zugriff auf Cricut-Bilddatenbanken sind Teil des Cricut Access Abos für 10 Euro im Monat oder 96 Euro im Jahr. Ohne Abo arbeitest du eingeschränkt.
Cricut macht das aber wett mit dem stärksten Ökosystem: tausende fertige Projekte, Smart Materials ohne Schneidematte und eine riesige Community auf YouTube und in Foren. Wer Anfänger ist und einfach loslegen möchte, kommt mit Cricut schneller zu ersten Ergebnissen. Wer in fünf Jahren das Gerät verkauft, bekommt für gebrauchte Cricut-Maker meist 60 Prozent vom Neupreis, was hoch ist.
Brother ScanNCut SDX1200: Der Scanner-Trick
Der Brother ScanNCut SDX1200 kostet rund 380 Euro und ist der Außenseiter. Sein Alleinstellungsmerkmal ist ein eingebauter 300-DPI-Scanner, mit dem du Vorlagen direkt einscannst und ohne Computer schneidest. Du legst eine handgezeichnete Skizze auf die Matte, der Plotter scannt sie, du tippst auf dem 12-cm-Farbtouchscreen Schnittlinien an, fertig. Kein Computer, keine Software, keine Cloud.
Die Schneidekraft liegt bei rund 3000 Gramm, was für Vinyl, Bügelfolie und Cardstock bis 300 g/m² reicht. Holz oder dicker Filz funktionieren nur eingeschränkt. Brother liefert die Canvas Workspace Software kostenlos mit, ist also wie Silhouette abofrei. Die Software ist sauberer als Silhouette Studio, hat aber weniger Funktionen für komplexe Designs.
Print-and-Cut ist beim Brother dank Scanner extrem präzise: Du druckst auf einem ganz normalen Drucker, legst das Blatt auf die Matte, der Scanner findet die Konturen automatisch. Für Sticker-Hersteller ist das der schnellste Workflow. Der Wiederverkaufswert von Brother-Plottern ist allerdings niedriger als bei Cricut, weil die Community kleiner ist.
| Material | Menge | Kosten |
|---|---|---|
| Silhouette Cameo 5 Basis | 1 Gerät | 270–290 € |
| Cricut Maker 3 Bundle | 1 Gerät | 370–450 € |
| Brother ScanNCut SDX1200 | 1 Gerät | 370–400 € |
| Folgekosten Cricut Access Jahresabo | 12 Monate | 96 €/Jahr |
| Ersatzklingen (alle Hersteller) | je Klinge | 12–25 € |
Software-Vergleich: Kostenlos oder Abo?
Silhouette Studio bietet die Basis-Version ohne Kosten, kann SVG importieren, schneiden und mit eigenen Schriften arbeiten. Wer professionelle Funktionen wie automatisches Nesting oder das Konvertieren von JPG zu Schnittdatei möchte, kauft die Designer Edition für 50 Euro einmalig oder die Business Edition für 100 Euro einmalig. Es gibt kein Abo-Zwang.
Cricut Design Space ist die größte Kostenfalle. Die Software ist kostenlos, aber so beschnitten, dass viele Anfänger das Abo nehmen. Bilder hochladen geht ohne Abo, aber das Vektorisieren von Fotos, der Zugriff auf 200.000+ Cricut-Bilder und viele Schriftarten kostet 96 Euro pro Jahr. Über drei Jahre summiert sich das Cricut Access Abo zu 288 Euro, fast der Preis eines zweiten Plotters.
Canvas Workspace von Brother ist abofrei und arbeitet sowohl online im Browser als auch offline mit einer Desktop-Version. Die Software hat weniger Funktionen als die Konkurrenz, aber das, was sie kann, ist solide. Eigene SVG-Dateien importieren, kombinieren, schneiden, alles dabei.
Folgekosten und Material
Plotter-Material ist herstellerneutral verfügbar. Vinylfolie, Bügelfolie und Cardstock kannst du von Drittanbietern wie Oracal, Plottermarie oder Modulor kaufen, das spart bis zu 60 Prozent gegenüber Cricut-Markenmaterial. Cricut versucht mit Smart Materials, die keine Schneidematte brauchen, ein eigenes Material-Ökosystem aufzubauen, aber du bist nicht gezwungen, das zu nutzen.
Klingen müssen bei allen drei Geräten regelmäßig getauscht werden. Eine Standard-Klinge schneidet etwa 1000 bis 2000 Vinylprojekte, dann wird der Schnitt unsauber. Ersatzklingen kosten zwischen 12 und 25 Euro. Schneidematten halten 30 bis 50 Schnitte, bevor die Klebekraft nachlässt, und kosten 8 bis 15 Euro pro Stück.
Welcher Plotter für welchen Typ
Wenn du Karten, Einladungen und Vinyl-Aufkleber machst und Wert auf abofreie Software legst: Silhouette Cameo 5. Wenn du Anfängerin bist, schnell starten möchtest, ohne dich in komplexe Software einzuarbeiten und in einer großen Community lernen willst: Cricut Maker 3, aber rechne das Abo mit ein. Wenn du viele Sticker per Print-and-Cut produzierst oder mit Vorlagen aus Magazinen arbeitest und keinen Computer am Plotter haben willst: Brother ScanNCut SDX1200.
- Schritt 1: Liste die fünf Materialien auf, die du am meisten plotten wirst.
- Schritt 2: Prüfe, ob ein Modell besondere Klingen für diese Materialien hat.
- Schritt 3: Suche YouTube-Tutorials für dein Wunschmodell, schau dir die Software an.
- Schritt 4: Kalkuliere Folgekosten über drei Jahre inklusive Abo, Klingen und Material.
- Schritt 5: Lies Erfahrungsberichte auf Plotterforen.de oder im Cricut Subreddit.
- Schritt 6: Kauf nicht das günstigste Bundle, sondern das Modell mit passendem Werkzeug.
Alle drei Plotter sind solide gebaut und halten bei normaler Nutzung fünf Jahre und mehr. Die Frage ist nicht, ob das Gerät kaputt geht, sondern ob die Software dich noch glücklich macht. Bevor du kaufst, lade dir die jeweilige Software herunter und teste sie eine Stunde mit einem leeren Projekt. Die Software entscheidet mehr über deine Plotter-Erfahrung als die Hardware.
Veröffentlicht durch die KreativMachen-Redaktion. Veröffentlicht am 21. September 2026.
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